Klavierpflege – Pflegetipps für Piano, Klavier und Flügel

Klavierpflege-Klavierreinigung
Klavierpflege, aber bitte richtig & sanft.

Freunde fürs Leben:
So hegen und pflegen Sie Ihr Klavier

So harmonisch die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Klavier auch sein mag: Während Sie sich nach sommerlicher Hitze sehnen, bevorzugt Ihr Instrument ein lauschiges Plätzchen im Schatten. Im Winter genießen Sie gern romantische Abende vor dem Kamin? Sehen Sie’s Ihrem Lieblingsinstrument nach, wenn es dankend abwinkt. Nicht allein, weil es sich fürchtet, zu entflammen, sondern vor allem, weil es Beständigkeit liebt. Am Standort ebenso wie in der Pflege.

Wohltemperiert und klimatisiert:
Hier fühlt sich Ihr Klavier wohl

Wo ist daheim Ihr Lieblingsplatz? Direkt am Fenster oder neben der Heizung? Dann gibt es noch einen erheblichen Unterschied zwischen Ihnen und Ihrem Instrument. Für Letzteres nämlich gilt, dass es am besten an einem Platz aufgehoben ist, an dem weder direktes Sonnenlicht noch die Wärme von Heizkörpern oder Öfen beständig darauf einwirken. Und weil Pedale ohnehin weniger frieren als zarte Menschenfüße, sollten Sie das Klavier auch keiner aufsteigenden Wärme durch Fußbodenheizungen aussetzen, da dies Risse im Resonanzboden oder im Stimmstock zur Folge haben kann. So richtig wohl fühlt sich Ihr Klavier oder Flügel dagegen bei frühlingshaften Temperaturen von 18 bis 24° C und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 70 %. Ein Hygrometer, das Sie im Fachhandel kaufen können, hilft Ihnen, die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen exakt zu bestimmen.

Ein stimmiges Plätzchen für den Fachmann

Nicht nur das Klavier soll sich wohlfühlen, auch der Klavierstimmer kann bessere Arbeit leisten, wenn Sie von Anfang an berücksichtigen, dass er ein wenig Bewegungsfreiheit benötigt. Lassen Sie ihm daher an den Seiten des Pianos etwa 50 Zentimeter Platz und berücksichtigen Sie, dass der Deckel nach oben hin aufgeklappt werden muss. Sind Sie gerade umgezogen, benötigt Ihr Klavier etwa zwei bis sechs Wochen Zeit, um sich zu akklimatisieren. Erst anschließend lohnt sich die Einstimmung aufs wohlig erklingende a‘ wieder, die übrigens mindestens einmal im Jahr empfohlen wird.

Klavier selbst reinigen oder reinigen lassen?

Bietet der Klavierstimmer Ihnen an, das Klavier zusätzlich im Inneren zu reinigen und seinen Zustand zu kontrollieren? Dann ergreifen Sie die Gelegenheit beim Schopfe, denn er wird diese Tätigkeit aller Wahrscheinlichkeit nach sachgemäßer ausführen können als Sie und zudem Beschädigungen oder schädliche Einflüsse rasch erkennen und benennen. Wollen Sie anschließend unbedingt selbst Hand anlegen, bleibt Ihnen ja noch die gründliche Reinigung und Pflege von Korpus und Klaviatur.

Oberflächenreinigung des Klaviers:
Seien Sie sanft zu Ihrem Liebling

Deckel schließen und los: Während der Grundreinigung entfernen Sie zunächst den ungeliebten Staub mit einem weichen Federwedel. Der kitzelt vielleicht ein bisschen, hinterlässt aber dafür keine Kratzer. Dass Holz aufquillt, wenn Sie ihm mit allzu viel Wasser oder anderen Flüssigkeiten zu Leibe rücken, dürfte Ihnen bekannt sein. Ein angefeuchtetes Tuch dagegen wird die lackierte Oberfläche nicht zum Bersten bringen. Verwenden Sie am besten ein Fensterleder und geben Sie dem Wasser ggf. einen Spritzer Essig oder Glasreiniger zu.

Bei satinierten Oberflächen allerdings ist Wasser tabu! Ohne Wenn und Aber! Hier dürfen allenfalls ein weiches Tuch und ein spezielles Holzpflegemittel Fingerabdrücken den Garaus machen. Sind Sie sich nicht sicher, welche Oberflächenbeschaffenheit Ihr Klavier aufweist, fragen Sie am besten im Fachhandel nach oder tippen Sie den Modellnamen in Ihre Lieblingssuchmaschine ein. Und was immer Sie dann tun: Tun Sie es sanft.

Neuer Glanz für Pedale und Klaviatur

Sollen auch die Pedale im neuen Glanz erstrahlen, verwenden Sie ein Kupferputzmittel für deren Reinigung. Der Pedalkasten dagegen – ja, wir sind pingelig – sollte mit dem Mittel nicht in Kontakt kommen. Es sei denn, Sie mögen weiße Flecken. Zu guter Letzt wenden Sie sich dem Herzstück Ihres Klaviers zu, der Klaviatur. Für deren Reinigung verwenden Sie am besten einen faserfreien Lappen, trocken oder ganz leicht angefeuchtet, denn es darf auf keinen Fall Wasser zwischen die Tasten laufen.

Aggressive Putzmittel fügen der Klaviatur Schaden zu, erlaubt ist allenfalls ein wenig Spülmittel. Und auch hier gilt wieder: keine Regel ohne Ausnahme. Elfenbeintasten dürften nicht mit Wasser in Berührung kommen. Überlassen Sie deren Reinigung dem oben erwähnten Fachmann, der auch gegen hartnäckige Vergilbungen ein spezielles Bleichmittel im Sortiment führt.

Streicheleinheiten fördern eine harmonische Partnerschaft

Damit Sie gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, vergilbten oder schmuddeligen Tasten allzu lange auf die Pelle rücken zu müssen, machen Sie es sich am besten von Anfang an zur Gewohnheit, die Tasten regelmäßig sanft zu reinigen. Auch den jüngsten Virtuosen dürfte leicht zu vermitteln sein, dass der Verzehr von Pizza und Pommes am Piano weder dem Spiel noch dem Anschlag der Tasten förderlich ist. Decken Sie die Klaviatur nach jedem Spiel ab und bedenken Sie Ihr Instrument regelmäßig mit leichten Streicheleinheiten, für das Sie ein weiches Mikrofasertuch nutzen, dann wird es Ihnen lange Zeit ein treuer und harmonisch gestimmter Gefährte sein.

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